Chirurgie

Versorgung von Wunden und Verletzungen
Der Natur des Pferdes als Fluchttier entsprechend gehören verletzte Pferde zu den häufig anzutreffenden Patienten in der kurativen Pferdepraxis. Zunächst wird angestrebt einen möglichst guten Überblick über die verletzten Strukturen zu erhalten um dann abhängig vom Ausmaß der Verletzung weitere eingehendere Untersuchungen einzuleiten.

Der Patient Pferd reagiert besonders empfindlich auf das Einbringen von Keimen in synoviale Strukturen wie beispielsweise Gelenke oder Sehnenscheiden. Auch die Empfindlichkeit des Pferdes gegenüber dem Erreger des Wundstarrkrampfes (Tetanus) ist bei dieser Spezies um einiges höher, sodass auch immer der aktuelle Impfstatus überprüft werden muss.

In der Regel erfolgt nach Säuberung der Wunde der Versuch das verletzte Gewebe weitestgehend zu adaptieren. Die Prognose einer Verletzung richtet sich insbesondere nach ihrem Alter, ihrem Zustand und der Lokalisation.

Kastration 
Die Notwendigkeit zur Kastration des Hengstes ergibt sich in der Regel aus Gründen der Haltungsbedingungen. Daneben kann aber auch eine medizinische Indikation zur Kastration vorliegen wie beispielsweise bei der Verborgenhodigkeit („Klopphengst“).

Entsprechend der Tatsache, dass die Kastration des Hengstes einer der am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriffe am Pferd ist, sind die zum Einsatz kommenden Methoden und Techniken mannigfaltig. Sie richten sich nach dem Alter des Pferdes, der Hodengröße und den Möglichkeiten der Nachsorge. Der Eingriff erfolgt größtenteils in Allgemeinanästhesie, teilweise aber auch am stehenden Pferd. Des Weiteren unterscheidet man, ob auf Hoden und Nebenhoden eine Ligatur gesetzt wird und ob die Wunde im Anschluss wieder verschlossen oder aber – wie häufiger der Fall - offen belassen wird.

Tumor-Chirurgie

  • Sarkoid
    Das Sarkoid ist ein sogenannter semimaligner Hauttumor des Pferdes, der keine Metastasen jedoch überdurchschnittlich oft Rezidive bildet. Verursacht wird dieser Tumor durch das Bovine Papillomavirus. Auch wenn das equine Sarkoid in der Regel als kosmetisches Problem zu betrachten ist, so kann es insbesondere im Rahmen des Verkaufes eines Pferdes zu entsprechender Minderung des Verkaufspreises kommen. Es empfiehlt sich daher eine frühe Therapie. Diese kann sowohl eine rein äußerliche Behandlung, als auch die chirurgische Entfernung bedeuten.
  • Melanom
    Der schwarze Hautkrebs findet sich überproportional am Schimmel wieder und wird daher auch als „Schimmelmelanom“ bezeichnet. Eine Streuung in den Körper des Tieres ist möglich, Probleme entstehen aber häufiger aufgrund der Tatsache, dass die Tumore zum Beispiel in der Analregion ein mechanisches Hindernis darstellen und den Kotabsatz behindern.
 
  • Plattenepithelkarzinom (PEK)
    Das PEK als bösartiger Tumor findet sich häufig an Auge oder am Penis des Pferdes. Eile ist geboten, da bei früher Erkennung der Veränderungen die Prognose für eine chirurgische Entfernung gut ist. Im Rahmen der Früherkennung und Vorbeugung des PEK am Penis des Wallachs oder Hengstes empfiehlt es sich auf eine regelmäßige Schlauchhygiene ihres Pferdes zu achten.